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Irgendwas is ja immer

25. Oktober 2013

Und weil das so ist, gibt’s jetzt hier ein persönliches Status-Update meinrseits.

Ich habe endlich angefangen, mich mal um die Sehenswürdigkeiten in Paris zu kümmern. Neben dem Pantheon waren auch der Louvre, Versailles und Notre Dame dran. Alles ziemlich beeindruckende Teile, die mir als Geschichts-Studenten auch die deutlich unterschiedliche Wahrnehmung der eigenen nationalen Geschichte der deutschen gegenüber der französischen Kultur vor Augen geführt haben. Was hier an Schlachtgemälden und großem Pathos rumhängt oder irgendwo hingemeißelt wurde, würde in Deutschland (in Anbetracht der deutschen Geschichte auch zurecht) als Zeugnis wilhelminischer Großmachtfantasien oder nationalistischer Überschwänglichkeit empfunden werden.

In Versailles gibt es einen Salle des Batailles (=Saal der Schlachten), wo eigentlich alles große auf Leinwand festgehalten ist, was sich Frankreich an großen Schlachten geleistet hat. Von Karl Martell, 732 bis Napoleon. Der letztgenannte hat dabei gleich mal 4 Gemälde und einen ganzen Wandabschnitt für sich beansprucht. Sehr hübsch alles. Wie gesagt finde ich es wahnsinnig interessant, mit welchem Pathos hier halt auch gearbeitet wird. Da steht im Pantheon zum Beispiel ein Satz, der sinngemäß ungefähr lautet: „Mit der Verlegung von Voltaire [ich glaube, es war Voltaire] in das Pantheon, wurde dieses zu einem großen Museum aufgewertet und mit dem großen Geist der Revolution erfüllt, der von ihm ausging und die Idee der Freiheit in die Herzen der Menschen trug.“

Man stelle sich so einen Satz kurz mal im Hygienemuseum vor oder in der Frauenkirche Dresden über einem deutschen. Wir sind da offensichtlich zurückhaltender.

Ich werde jetzt demnächst auch mal anfangen müssen, was für die Uni zu machen. Mikroökonomie ruft mit dem Thema der Konkurrenz. Ich muss eine kurze französischsprachige Arbeit darüber schreiben. Ansonsten werde ich mich wohl in Politikwissenschaften der europäischen Union der Frage widmen, welche Gründe dafür oder dagegen sprechen, ob Europa einen dritten Pol in der Welt bilden wird (neben USA und China) oder in Abhängigkeit der USA (oder vll. sogar China?) bleiben wird.

Ich hab jetzt auch angefangen, hier mal Fahrrad zu fahren. Hui, das geht fix. Paris ist wahnsinnig klein. Das klingt jetzt für viele komisch, weil man sich Paris als riesige Metropole vorstellt, aber das eigentliche Paris ist nur halb so groß (Bevölkerungsmäßig) wie Berlin und mit dem Fahrrad bin ich in weniger als 30 Minuten durch halb Paris gegondelt. Die Stadt hat auch nur 2 Millionen Einwohner. Der Großraum Paris hat 10 Mio. Einwohner (1/6 der Bevölkerung Frankreichs) und produziert 1/3 (1/3!) des BIPs Frankreichs. Auf jeden Fall geht’s mit dem Fahrrad deutlich schneller als mit dem Bus (Die Busse hier sind zum heulen). Das Fahrrad-Verleih-System in Paris ist im Gegensatz zum Bussystem dafür wahnsinnig toll. Es gibt eigentlich an jedem Ort in der Nähe ne Fahrrad-Station, das ganze kostet umgerechnet 2,50 €/Monat, es ist schnell und es funktioniert. Quasi das ganze Gegenteil vom Bussystem. Das Bussystem hat beständig leicht zu merkende 12-, 13-, 17-, 18- oder 22-Minuten-Taktungen. Ne 10- oder 15-Minuten Taktung habe ich nur in absoluten Ausnahmefällen gesehen. Von Pünktlichkeit ist hier aber sowieso keine Spur, insofern hätte man sich die Fahrpläne auch schenken können und einfach schreiben können, wie oft der so ungefähr kommt. Außerdem sind sie voll und Pariser können nicht aussteigen (erstmal warten, bis der Bus an der Haltestelle ist und dann ganz ruhig, meiner). Aber wie gesagt: Velib (Das Leih-Fahrrad in Paris) macht Spaß und ich hab ja nen Helm, der mich sicher durch den Pariser Verkehr bringt. Außerdem sieht man so endlich mal, wie Paris wirklich ist. Wenn man nämlich mit U-Bahn oder Bus oder so fährt, bekommt man nix mit von der Stadt. Man muss mal ab und zu via Fuß oder Fahrrad irgendwo lang. Dann hat man ne automatische Orientierung, weil man sich an viel mehr erinnert.

Demnächst werden hier von mir wohl noch die Videospielmesse und der Schokoladensalon besucht werden (der allerdings leider nur von 30.10.-3.11. ist). Aber ich muss wahrscheinlich auch noch 8x in den Louvre. Das Ding ist so gewaltig, dass ich nur einen Teil der Ägypten-Ausstellung gesehen habe. Die Ägypten-Ausstellung ist dabei ungefähr nur eine von so geschätzt 16 Ausstellungen im Louvre.

Ich werde jetzt wohl auch hoffentlich hier ne TANDEM-Partnerin bekommen, mit der ich wechselnd 50 % Französisch und 50 % Deutsch sprechen werde.

Ich werde wohl heute oder morgen meine Reise nach Deutschland für Weihnachten planen. Es wird wohl hin und zurück via Zug erfolgen, weil Flugzeug teurer ist (Selbst mit der Studentenkarte geht’s halt bei 182 € los, da komm ich mit Zug preiswerter). Zurück werde ich wohl am 27.12.2013 fahren. Wer mitkommen will, um über Sylvester zu bleiben, ist herzlich eingeladen. Wer EU-Bürger und unter 26 Jahre ist, hat freien Eintritt in alle staatlichen Museen (nur so als Tipp).

ACHTUNG! Wer jetzt auf sncf.com anfängt zu suchen, der kann sich Tickets für 40 € oder auch 30 € oder sowas von Frankfurt oder Augsburg nach Paris bestellen mit dem TGV. Das Angebot gilt JETZT, nicht später. Also bucht am besten auch jetzt das Wochenende, falls ihr mit her kommen wollt. (Schlafplatz müssten wir noch auskungeln. Ich hab zwar Platz, aber für mehr als 3 Personen wird’s schon eng (aber wärmer :-D).

Paris bietet außerdem genügend Dinge, die man machen kann. Eine Warnung nur: Es ist etwas teurer hier (Euphemismus-Alarm!). Davon kann man einiges mit anständiger Planung und einigen Ortskenntnissen umgehen, aber halt nicht alles.

Ich glaube, das war es erstmal so als Status-Update, oh eines noch, ich muss mal kurz rumprolln:

Ich hab das Bowling-Turnier der ERASMUS-Gruppe von Paris in der ersten Runde erstmal klar für mich entschieden. (Und wenn die Leute von der Universität Paris 13 genau wie alle anderen Gruppen weiter gemacht hätten, hätte ich auch das ganze Turnier für mich entschieden 😦 ) So bin ich halt nur vermeintlicher Sieger, aber da hab ich sie ordentlich abgezogen. (Bester von 6 Bahnen à 6 Leute oder so).

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